destinetCHANGEKompass 2024 - Wie wir gut durch's Jahr kommen

Matthias Burzinski • 7. Februar 2024

Warum haben wir den Schutz der Demokratie in unseren #destinetCHANGEKompass in 2024 aufgenommen?

Ganz einfach: Weil wir es müssen! Leider. Kultur und Tourismus sind ohne eine offene Gesellschaft auf Basis unseres Grundgesetzes nicht denkbar. Wirtschaftliche Gründe sind dafür übrigens zweitrangig, sicher auch wichtig, aber: Mensch zu bleiben, ist noch wichtiger. Die AfD steht für das Gegenteil, deshalb werden wir den Blödsinn, den sie von sich gibt, benennen und thematisieren, wenn wir es für notwendig halten. Und nur dann. Denn wir machen Dinge für die demokratische Mehrheit, nicht für eine faschistische Randgruppe.

 

Und was wird uns bei destinetCHANGE in diesem Jahr in der Kultur-, Stadt- und Tourismusentwicklung noch antreiben?


Aufmerksamkeit verdienen

Die Aufmerksamkeitsökonomie kehrt mit Macht zurück. Alle versuchen sich im #Influencing. Wir denken, dass es parallel einen Trend zum #Sinnfluencing geben sollte. Wir müssen uns über ein sinnerfülltes #Storytelling Aufmerksamkeit verdienen und mit Nutzen versehen, egal ob #B2C oder #B2B.

 

Besucher:innen & Reisende verstehen

Näher ran an die Menschen, weg von abstrakten Milieus und gesellschaftlichen Gruppen, hin zu einem lebendigen Verständnis unserer Gäste und Besucher:innen. In der Kultur ebenso wie im Tourismus stehen #Relevanz und #Resonanz im Fokus. Im Tourismus kann Relevanz auch schlicht Erholung bedeuten, in der Kultur kann Resonanz auch durch niedrigschwellige Inszenierung erreicht werden. Wichtig ist ihr Beitrag zur Lebenswelt der Menschen.

 

Arbeitsrealitäten vernetzen

Zur Lebenswelt der Menschen gehört auch die Arbeit. Menschen, die in Tourismus und Kultur arbeiten, benötigen ebenso individuelle Strategien und Lösungen, Arbeit und Freizeit, Familie/Freunde und Beruf in Einklang zu bringen. #Mitarbeiterzufriedenheit entsteht durch Rücksicht auf verschiedene Realitäten und einen Ausgleich zwischen #Team und Individuum. Kampagnen reichen nicht gegen den #Fachkräftemangel, strukturelle Veränderungen sind nötig. Agil und rollenbasiert.

 

Räume & Angebote gestalten

Erlebnisse und Erfahrungen sind ohne räumlichen Kontext nicht möglich, touristische und kulturelle Angebote sind ortsgebunden, was für uns digitale Räume einschließt. #Immersion,#Innovation, hybrides Denken und #Partizipation erzeugen neue räumliche und resonante Erlebnisse. #Placemakingund #CoKreation schaffen einen methodischen Zugang zur Erneuerung der urbanen, ländlichen und/oder digitalen Erlebnislandschaft.

 

KI integrieren

"Hallo chatGPT, kannst Du uns mehr motivieren, KI in unsere Prozesse zu integrieren?"

Dabei steht tatsächlich weniger die Frage im Raum, was Künstliche Intelligenz alles kann, sondern wie sie uns in #Kultur, #Stadtentwicklung und #Tourismus nutzen kann? Die #KI wird zur Sparringspartnerin unserer eigenen Agenda, ganz unabhängig von deren Inhalt. Das bedeutet auch: Wir machen uns die Risiken und Grenzen der KI bewusst, nutzen aber ihre Chancen, sowohl intern prozessual als auch extern in der Kommunikation und im Beziehungsmanagement. Für uns nicht weniger als die Entdeckung eines neuen unbekannten Planeten.

 

Datenkompetenz entwickeln

Wenn wir unser Handeln an neuen Werten ausrichten wollen, müssen wir diese auch messbar machen. Weder Besucherzahlen in Museen und Kultureinrichtungen noch Ankünfte und Übernachtungen können die Komplexität einer nachhaltigen und gemeinwohlorientierten Entwicklung widerspiegeln. Wir sollten also nicht nur lernen, umfassendere Datenökosysteme als Monitoring-Instrumente aufzubauen und Daten zu interpretieren, sondern vor allem #datenbasiert zu arbeiten.

 

Werte leben - Demokratie schützen

Kehren wir zur Basis zurück. Neben der Demokratie leiten uns auch andere Grundwerte, zusammengefasst in den Sustainable Development Goals und Inner Development Goals: #Klimaschutz, alle Säulen der #Nachhaltigkeit, Individualität gepaart mit Solidarität und im Sinne einer strukturellen Erneuerung. Werte zu leben bedeutet nicht, perfekt zu sein, sondern mit klarer Haltung und dennoch fehlertolerant als Mensch aktiv zu werden. Dabei suchen wir nach dem Beitrag, den Kultur und Tourismus zu einem guten Leben und zu mehr Menschlichkeit beitragen können, gerade in Krisenzeiten.

 

Beobachten, vorbereiten, handeln

Alle diese Trends und Entwicklungen spiegeln sich in unseren diesjährigen Projekten, Vorhaben und Initiativen wider. Und immer unterscheiden wir dabei zwischen drei Ebenen: Was müssen wir beobachten? Worauf bereiten wir uns schon vor? Wo müssen wir akut und sofort handeln (wie etwa beim Schutz der Demokratie)?

Wir sind sicher: Viele dieser Trends und Entwicklungen beschäftigen auch Euch, unsere Kunden:innen, Partner:innen und Freunde:innen. Und doch wird sich Euer CHANGE-Kompass noch einmal anders darstellen. Nutzt unser Tool, um Euch über die eigene Agenda für 2024 klar zu werden. Und kontaktiert uns immer dann, wenn Ihr uns an Eurer Seite braucht.

Beim #DesignThinking, Storytelling, im #Innovationsmanagement, bei der Customer Centricity, der KI-Nutzung, #Organisationsentwicklung und im agilen Management, beim Placemaking, bei der Entwicklung von Datenkompetenz und in menschenzentrierten Visions- und Strategieprozessen.

Ihr wollt den Wandel. Wir haben das Wissen. Ihr habt das Team. Wir haben die Tools.


Wir freuen uns auf 2024!




von Matthias Burzinski 2. Februar 2026
Die Bundesregierung hat ihre Nationale Tourismusstrategie vorgelegt, ein Papier mit sieben Handlungsfeldern, das die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Tourismuswirtschaft stärken soll. Doch bei genauerer Betrachtung stellen sich auch kritische Fragen. Denn jetzt braucht's etwas mehr Aufbruch, bitte! Und zwar auch von uns und von Dir. Die Versprechen klingen zunächst gut: ✅ Dauerhafte Senkung der Umsatzsteuer auf 7% für Gastronomie ✅ 500 Mrd. Euro Sondervermögen für Infrastruktur ✅ Digitalisierung und KI-Offensive für die Branche ✅ Bürokratieabbau und Praxischecks ✅ Nachhaltigkeitsförderung und Tourismusbalance ✅ Flexibilisierung der Arbeitszeitmodelle ✅ Stärkung des Incoming-Tourismus Aber die Realität? 1. Finanzierungsvorbehalt als Totschlagargument Alle Maßnahmen stehen unter Finanzierungsvorbehalt. Was bedeutet das konkret? Vermutlich: Viele Vorhaben werden Absichtserklärungen bleiben, wenn das Geld fehlt. 2. Die KMU-Lücke 85% der Tourismusunternehmen haben weniger als 10 Beschäftigte. Wie sollen diese Kleinstbetriebe von Digitalisierung und KI profitieren, wenn ihnen Know-how, Personal und Ressourcen fehlen? Die Strategie verspricht „Wissenstransfer" – aber reicht das wirklich? Wie wäre es mit einfachen Digitalisierungsgutscheinen? 3. Ein Zielkonflikt bleibt zunächst ungelöst Einerseits will man den Incoming-Tourismus massiv fördern (mehr internationale Gäste = mehr Umsatz). Andererseits spricht man von „Tourismusbalance" gegen Overtourism. Wie passt das zusammen? Konkrete Lösungsansätze: Noch Fehlanzeige. Das müssen WIR mit Leben erfüllen. Nicht jede Region braucht mehr Gäste, manche brauchen die RICHTIGEN Gäste! 4. Föderalismus als Bremsklotz? Die Strategie betont wiederholt, dass der Erfolg „fundamental vom Engagement der Länder und Kommunen abhängt". Übersetzung: Der Bund gibt den Rahmen vor, umsetzen müssen es andere. Das Dumme ist nur: Richtige Koordinationsmechanismen sind nicht erkennbar. Unser Vorschlag: Schafft echte Koordinationsmechanismen, z.B. regelmäßige Bund-Länder-Tourismus-Konferenzen, nicht nur ein Forum. Und: Gebt den Kommunen die Mittel, die sie für die Umsetzung brauchen! 5. Messbarkeit? Welche Messbarkeit? Es fehlen quantitative Ziele, konkrete Zeitpläne und Monitoring-Mechanismen. Wie will man den Erfolg dieser Strategie überhaupt bewerten? Deutschland lag 2024 bei der Erholung nach Corona hinter Spanien, Frankreich und Italien zurück. Will man das ändern oder nicht? Macht aus der Strategie einen verbindlichen Aktionsplan mit Zeitschiene, Budget und Erfolgsmessung. 6. Nachhaltigkeit vs. Wachstum Bis zu 50% der Auslandsreisenden meiden Destinationen ohne nachhaltige Angebote (besonders 18-35-Jährige). Gleichzeitig senkt man die Luftverkehrsteuer und schafft die Power-to-Liquid-Quote ab. Ist das wirklich zukunftsfähig? Etwas mehr klimaschonende Kreativität kann man schon erwarten, oder? Mein erstes Zwischenfazit: Die Nationale Tourismusstrategie erkennt die richtigen Probleme, Bürokratie, Fachkräftemangel, Digitalisierungsrückstand, Infrastrukturdefizite. Aber sie liefert zu wenig konkrete, verbindliche Lösungen. Erwarten wir da zu viel von der Bundesregierung? Das Papier bleibt schon noch erschreckend vage. Unser Appell: 👉 An das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie: Macht aus der Strategie einen verbindlichen Aktionsplan mit Zeitschiene, Budget und Erfolgsmessung. 👉 An Länder & Kommunen: Nutzt die Bundesimpulse und schafft eigene, mutige Lösungen. Koordiniert euch besser. 👉 An Destinationen & DMOs: Wartet nicht auf die perfekte Förderung, fangt an. Nutzt bestehende Programme, vernetzt euch, experimentiert. 👉 An KMU & Betriebe: Ihr seid das Herzstück des deutschen Tourismus. Investiert in eure Zukunft. Was meint Ihr? Hier haben wir Euch noch eine Zusammenfassung der Strategie als Download erstellt .
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